Freiliegende Zahnhälse & Schmerzempfindliche Zähne 

Wenn kalte, heiße oder süße Speisen oft eher zu Qual als zum Genuss werden, dann sind oft freiliegende Zahnhälse der Grund. Die Ursache liegt darin, dass die Aggressoren in den Nahrungsmitteln ungefiltert in das innere des Zahnes dringen können. Dieser Umstand bereitet aber nicht nur funktionell eine Beeinträchtigung sondern hinterlässt auch einen negativen Gesamteindruck auf die Ästhetik des Betroffenen. Leiden auch Sie unter solchen Beschwerden? Unser Team der Praxisklinik Dr. Solderer weiß Rat. Sollten Ihnen trotz vorbeugender Maßnahmen die Symptome und/oder das Erscheinungsbild der freiliegenden Zahnhälse zu schaffen machen, bieten Zahnhals-Füllungen und Rezessionsdeckung die beste Lösung. 

Ursache von freiliegenden Zahnhälsen

Beim gesunden Zahn, umschließt das Zahnfleisch den Zahn kragenförmig und schützt somit den Zahnhals zuverlässig gegen äußere Einflüsse. Dieser Schutzeffekt ist bei sensiblen Zähnen nicht mehr optimal gegeben. In solchen Fällen zieht sich das Zahnfleisch nach und nach zurück – man spricht von einer Rezession. Durch diesen Umstand werden nach und nach die Wurzel frei und das leiden in funktioneller und ästhetischer Hinsicht wird immer schlimmer. 

Generell anfällig für empfindliche Zähne sind zudem Menschen mit einer sehr dünnen und zartem Zahnfleisch – der sogenannte dünne Biotyp.Häufige Ursachen dabei sind  Zahnfehlstellungen, starke Lippen- oder Wangenbändchen und Zähneknirschen. Der häufigste Grund ist allerdings meist eine gutgemeinte, aber falsche Putztechnik mit Zahnbürsten.

Folgen von freiliegenden Zahnhälsen

Durch die verlorene Schutzfunktion des Zahnfleisches in Folge eines Rückganges, kann es zunehmend zu Schmerzen bzw. Empfindlichkeiten kommen. Da die Wurzeloberfläche bzw. freiliegendes Dentin wesentlich weicher als der Zahnschmelz sind, kommt es vermehrt zu Kariesbildung in diesen Bereichen. Die Ästhetik wird durch eine Disharmonie im Zahnfleischverlauf auch zunehmend gestört und fällt dem Auge oftmals mehr auf als eine Abweichung der Zahnfarbe.

Lösungen: Es gibt Abhilfe!

Die Abdeckung der freien Zahnhälse kann grob in 2 Kategorien unterteilt werden: Das einfache Verfahren setzt auf das Schließen der schmerzempfindlichen Zone mit einer Füllung aus Kunststoff. Die andere Methode hingegen ist die chirurgische Zahnfleischkorrektur (Rezessionsdeckung), bei der das Zahnfleisch wiederhergestellt wird. 

  • Freiliegende Zahnhälse durch Zahnhalsfüllungen versorgen

    Kleine Rillen und Furchen an den freiliegenden Zahnhälsen lassen sich mit speziellen Materialien wieder auffüllen. Diese einfache Methode ist jedoch aufgrund der im Zahnhalsbereich schwierigen Haftung manchmal nicht von langer Dauer – da gerade dort eine besonders große mechanische Beanspruchung vorliegt.

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  • Chirurgische Rezessionsdeckung der freien Zahnhälse

    Freiliegende, empfindliche und unschöne Zahnhälse lassen sich heutzutage mittels moderner mikrochirurgischer Verfahren korrigieren. Die gängigen Verfahren, um freiliegende Zahnhälse zu behandeln, sind die Verschiebungen des Zahnfleisches im Zusammenspiel mit einer Anbringung von körpereigenen oder künstlichen Transplantaten. Die Ziele der Rezessionsdeckung liegen in einer möglichst vollständigen physiologischen Abdeckung der Wurzeloberfläche sowie das Stoppen des Rezessionsfortgangs für die Zukunft. 

    Für den Langzeiterfolg unerlässlich ist dabei, die Umschulung des Patienten, in diesem Fall meistens die Verbesserung der Putztechnik und die Optimierung der Instrumente für die häusliche Mundhygiene (Zahnbürste, Zahnpasta).

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Ihr Dr. Mirko Solderer, MSc

Forschungstätigkeit – Universität Zürich

Forschungstätigkeit unserer Praxis in Zusammenarbeit mit Universität Zürich

Literaturübersicht aggregierter Evidenz zum Allergie-Potential von Chlorhexidin-Mundspüllösungen

Ein Umbrella – Review

Einleitung: Chlorhexidin (CHX) ist der Goldstandard der chemischen Biofilmkontrolle in der Zahnmedizin. Wie bei allen Therapeutika sollten Nebenwirkungen berücksichtigt werden, wozu auch allergische Reaktionen gehören. Die vorliegende Übersichtsarbeit fokussierte auf zahnmedizinische CHX-Mundspüllösungen im Hinblick auf ein mögliches Allergie-Potential.

Material & Methoden: Vier Datenbanken wurden auf systematische Übersichtsarbeiten im Zusammenhang mit CHX in der Zahnmedizin durchsucht (MEDLINE, Embase, Web of Science und Scopus). Die in den inkludierten Arbeiten und Meta-analysen verfügbaren und geeigneten Originalarbeiten wurden bezüglich des Themas Allergie von beiden Autoren durchsucht.

Resultate: Von anfänglich 804 identifizierten Studien, konnten letztendlich 49 systematische Übersichtsarbeiten analysiert werden. Lediglich zwei Übersichtsarbeiten verwiesen dabei explizit auf das Thema „Allergie“.  Von 197 untersuchten Originalarbeiten mit insgesamt 9698 Patienten verwies keine Studie auf eine Allergie. Lediglich 44 der Kontrollstudien schnitten das Thema an, wobei dies lediglich überwiegend im Zusammenhang mit den Ein- und Ausschlusskriterien und möglichen Kontraindikationen der Fall war.

Schlussfolgerungen: Das Allergie-Thema bezüglich Chlorhexidin steht immer wieder im Raum; dennoch scheint das Allergie- und Allergisierungs-Potential, das im Rahmen von Studien in der Zahnmedizin beschrieben wurde, gering bis inexistent zu sein. Dennoch sollten in der Praxis Vorsichtsmassnahmen ergriffen und weitere Studien geplant werden – insbesondere bei Patienten mit einer angeblichen CHX-Kontaktallergie in der Vorgeschichte.

Ihr Alex Solderer & Ihr Patrick R. Schmidlin

Neueröffnung Praxis

im Herzen von Bozen

In den letzten Jahren haben sich unsere Behandlungszahlen um Ihre Mundgesundheit stetig gesteigert, was dazu geführt hat, dass unsere Praxis in der Fagenstraße in Bozen zunehmend aus den Nähten geplatzt ist. Um uns für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen zu bedanken und gleichzeitig auch unseren Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsklima zu ermöglichen, haben wir beschlossen in größere Räumlichkeiten umzuziehen. 

Unsere Standortwahl ist dabei auf die Sparkassenstraße in Bozen gefallen. Die Sparkassenstraße hat für Ärzte- und Zahnarztpraxen in Bozen ein lange Tradition. 

Uns war wichtig, dass die neue Zahnarztpraxis gut mit dem Auto erreichbar ist (eigene Patientenparkplätze in der Tiefgarage), aber auch zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden ist. 

Der Praxiseingang direkt von der Straße aus und der interne Aufzug innerhalb der Praxis ermöglichen es jedem Patienten barrierefrei zu uns zu gelangen. 

Die neue Praxis auf zwei Stöcken besteht unter anderem aus drei zahnärztlichen Behandlungseinheiten, einem Operationssaal, einem 3D-Röntgenstudio, einem Labor, einem Sterilisationsraum und einem angenehmen Empfangsbereich.

Wir freuen uns, Sie in unserer neuen Praxisklinik in Bozen empfangen zu dürfen!

Zahnlosigkeit: Vollprothese oder fester Zahnersatz auf Implantaten?

Die wenigsten Menschen sind mit einer Mundsituation gesegnet, welche erlaubt mit den eigenen Zähnen bis ans Lebensende fest und sich zubeißen zu können. Parodontitis, Karies oder Trauma sind dabei die häufigsten Ursachen für Zahnverlust.

Sind die Zähne mal weg, ist Nachbesserung erforderlich. Um die Herausforderung des täglichen Lebens und der Nahrungsaufnahme zu meistern bedarf es eines Zahnersatzes. Für die „Dritten“ kommen zunächst grob 2 Methoden des Zahnersatzes in Frage: Eine Totalprothese oder ein fester Zahnersatz welcher auf Implantaten fixiert wird.

Variante 1 – Die Totalprothese

Das „Gebiss“, wie es umgangssprachlich genannt wird, ist die häufigste Lösung für einen Zahnersatz bei Zahnlosigkeit. Wie eine Prothese aussieht, weiß fast jedes Kind von klein auf. Denn wer kennt ihn nicht – den bleibenden Eindruck, den das „Gebiss“ in Omas und Opas Zahnputzglas am Nachtkästchen hinterlassen hat?

Vorteile von Totalprothesen

  • einfache Herstellung durch Zahnarzt und Zahntechniker
  • Preiswerteste Lösung bei totalem Zahnverlust
  • Annehmbare Ästhetik

Nachteile von Totalprothesen

  • völlige Abdeckung des Gaumens, was Würgereflex hervorrufen kann (im Oberkiefer)
  • Schmerzen bei Druckstellen
  • Einschränkung beim Reden
  • Fortschreiten des Knochenschwundes und damit häufige Unterfütterungen notwendig
  • Eingeschränkter Halt; vor allem im Unterkiefer hat eine Vollprothese keinen Halt

Variante 2 – Feste dritte Zähne – dank Zahnimplantaten

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die im Kieferknochen verankert wird und dort einwächst.

Für einen implantatgetragenen Zahnersatz gibt es nach oben hin keine Altersgrenze. Selbst im Alter von 85 Jahren und mehr dauert die Einheilung der Zahnimplantate in der Regel nicht länger, als bei jüngeren Patienten. 

Innovative Behandlungsmethode: Feste dritte Zähne an einem Tag

Bei dieser innovativen Behandlungsmethode, werden die verbleibenden Zähne (wenn vorhanden) am selben Tag entfernt und die neuen Implantate gesetzt. Durch präzise Planung und hochmoderner Verfahren ist es so möglich, die neuen, festen Zähne innerhalb weniger Stunden schon fest im Mund des Patienten zu positionieren. Der Patient hat somit die Möglichkeiten mehrere Behandlungen in einem einzigen Eingriff zusammenzufassen und innerhalb kürzester Zeit, einen festen Zahnersatz zu erhalten. Diese Methode kann, wenn gewünscht, im Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Variante 3 – Prothese und Implantate in Kombination

Eine sogenannte Hybridvariante bietet die Kombination von Implantaten zu neuen oder schon vorhandenen Prothesen. 

Bei der Hybridvariante werden durch gezielte Setzen von Zahnimplantaten die herausnehmbaren Prothesen soweit stabilisiert um denen einen sicheren Halt zu geben. Dabei werden im Unterkiefer meist 2 Implantate, während im Oberkiefer 4 Implantate gesetzt werden. Der Wegfall der Gaumenbedeckung im Oberkiefer wirkt sich positiv auf das Geschmacksempfinden und die Wortbildung aus, während die 2 Implantate im Unterkiefer sich positiv auf den sonst völlig abwesenden Halt auswirken.

Diese Methode eignet sich besonders für ältere Patienten. Eigens für diese Indikation wurden sogenannte Seniorenimplantate entwickelt.

Ihr Dr. Mirko Solderer, MSc

Zahnunfall – Zahn rausgeschlagen oder gebrochen! Was nun?

Ein Sturz, ein Zusammenprall beim Sport, ein Biss auf den unerwarteten Kirschkern, ein Krachen. Kurze Schockstarre – und dann wird klar: Der Zahn ist abgebrochen. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren!

Was tun?

Retten Sie Zahn oder Zahnfragment: Ideal ist dafür eine Zahnrettungsbox! Solche Boxen gibt es in Apotheken, sie enthalten spezielle Nährstoffe, die den Zahn bis zu 48 Stunden am „Leben“ erhalten.Ist keine Zahnrettungsbox vorhanden, können Sie den Zahn in Milch oder in eine sterilen Kochsalzlösung geben. Berühren Sie den Zahn nur an der Zahnkrone an und reinigen Sie ihn nicht, auch wenn er schmutzig sein sollte.

  • Zahnarzt aufsuchen, je schneller desto besser: in einer solchen Situation ist die Zeit ein entscheidender Faktor. Je schneller ein Zahnarzt den Zahn behandeln kann, desto höher stehen die Chancen auf einen Erfolg der Behandlung
  • Im Falle eines ausgebrochenen Zahnes versuchen Sie auf keinen Fall, ihn selbst wieder einzusetzen. Dadurch könnten die feinen Wurzelfasern zerstört werden, was eine Reimplantation durch den Zahnarzt zusätzlich erschwert.

Beim Zahnarzt angekommen

Beim Zahnarzt ergeben sich dann verschiedene Szenarien der Behandlung, welche stark von der Art der Zahnfraktur bzw. des Zahnverlustes und vom Alter des Patienten abhängen.

Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten sind unter anderem die Reimplantation des Zahnes, der Zahnsubstanzersatz durch Füllungsmaterial oder durch künstliche Zahnkronen aus Keramik , oder im fortgeschrittensten Fall durch ein Zahnimplantat.

Ihr Dr. Mirko Solderer, MSc

Sofortimplantat – Welche Vorteile bietet diese Methode und für wen eignet sie sich?

Au weh, ein Zahn muss weg. Was nun? Monatelange Wartezeiten mit wackeligem Zahnersatz und mehrere Eingriffe um endlich wieder einen festen Zahn zu bekommen. Dies sind häufige Gedanken wenn Patienten an Implantate und Zahnersatz denken. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um den Frontzahnbereich handelt. 

Eine Sofortimplantation mit unmittelbarer festsitzender, provisorischer Versorgung kann hier dem Alptraum ein schnelles Ende bereiten und  die optimale Lösung sein.

Was genau ist ein Sofortimplantat?

Sofortimplantation bedeutet: Sofort nachdem beim Patienten ein natürlicher Zahn entfernt wird, wird an diese Stelle ein Implantat – eine künstliche Zahnwurzel – in den Kieferknochen eingesetzt.

In diesem Zusammenhang gibt es zudem den Begriff „Sofortversorgung“. Davon spricht man, wenn auf das Implantat unmittelbar im Anschluss auch eine festsitzende, provisorische Krone angebracht wird. Der Patient verlässt somit die Praxis mit einem festen Zahn und kann sofort wieder ohne Scham und Beeinträchtigung in den Alltag zurück.

Kriterien für Sofortimplantat mit Sofortversorgung

Ob ein Sofortimplantat gleich im Anschluss an die Implantation mit einem festsitzenden Provisorium versorgt werden kann, hängt in erster Linie von der sogenannten Primärstabilität ab. Die Primärstabilität ist jene Stabilität des Implantates, welche sofort nach dem Einbringen der künstlichen Zahnwurzel erreicht wird. Die Primärstabilität hängt vom Knochenangebot und der Knochenqualität ab. Mittels neuester Implantattypen und fortschrittlicher Aufbereitungsmethoden, kann diese Primärstabilität in den meisten Fällen erreicht werden. Der Implantologe kann die Primärstabilität beim Einsetzen eines Zahnimplantates mit einer Drehmomentratsche messen und/oder den sogenannten ISQ-Wert messen.

Was wenn das Sofortimplantat nicht sofort versorgt werden kann?

Wenn die Primärstabilität trotz aller Bemühung nicht erreicht werden kann, heißt das nicht, dass der Patient mit einer Lücke rumlaufen muss. Es gibt verschiedene andere festsitzende (z.B. Maryland-Brücke) oder herausnehmbare (Fliege, Tiefziehschiene) mit der die kurze Einheilzeit überbrückt werden kann.

Wichtige Voraussetzungen für ein Sofortimplantat

Der rasante Fortschritt in der Implantologie und die Spezialisierung unserer Praxisklinik auf solche Behandlungen, hat dazu gebracht, dass in unseren Praxen, der Anteil solcher Sofortimplantationen mit Sofortversorgung in den letzten Jahren stark nach oben gegangen sind.

Wichtigste Voraussetzungen für Sofortimplantationen sind unter anderem die weitgehende Abwesenheit akuter Entzündungen, ein Minimum an Knochenangebot und die Abwesenheit von starken Zahnfleischrezessionen.

Vorteile von Sofortimplantaten

– Verminderung von Knochenabbau und Volumenverlust

– Kurze Behandlungsdauer

– Deutlich geringeres Stressempfinden für den Patienten

– Minimalinvasiv

In unserer auf Parodontologie und Implantologie spezialisierten Praxis in Bozen, Sterzing und Kurtatsch erfolgt ein großer Teil aller Zahnimplantationen mit der Methode der Sofortimplantation. Die Osseointegration (Einwachsen des Implantats in den Kieferknochen) des Zahnimplantates ist bei Sofortimplantaten ebenso erfolgreich wie bei Spätimplantaten. Voraussetzung ist, dass eine sorgfältige Analyse der Gesamtsituation (Kieferknochen, Weichgewebe mit Zahnfleisch, Zahnfleischgesundheit, Primärstabilität etc.) von einem Spezialisten für Implantologie durchgeführt wird, auf deren Basis eine sichere Entscheidung gefällt werden kann.

Ihr Dr. Mirko Solderer, MSc

Inflammaging: Erkrankungen, die Sie altern lassen

Inflammaging oder auch Inflamm-Aging – ein Neologismus, der sich aus den englischen Begriffen „inflammation“ (Entzündung) und „aging“ (Altern) zusammensetzt. Dieser Begriff beschreibt die Zusammenhänge zwischen Entzündungen im Körper und dem Altern des Menschen.

Der italienische Immunologe Claudio Franceschi beschreibt es so: Das Immunsystem setzt während des Alterungsprozesses immer mehr entzündungsfördernde Botenstoffe frei. Das menschliche Immunsystem n verändert sich folglich im Laufe der Jahre.

Alterung und altersbedingte Krankheiten haben einige grundlegende Mechanismen gemeinsam, die weitgehend mit Entzündungen zusammenhängen. Während des Alterns entwickelt sich eine chronische, sterile, niedriggradige Entzündung – Inflammaging genannt -, die zur Pathogenese altersbedingter Krankheiten beiträgt. Franceschini stellt fest, dass chronische Krankheiten nicht nur das Ergebnis von Alterung und Inflammaging sind, sondern dass diese Krankheiten auch umgekehrt den Alterungsprozess beschleunigen und als Ausdruck des beschleunigten Alterns betrachtet werden können. 

Entzündung fördert u.a. die Bildung freier Radikale, also aggressiver Sauerstoffverbindungen, die prinzipiell jedes Gewebe schädigen können. Diese Vorgänge werden inzwischen mit der Entstehung von Alterskrankheiten, wie Morbus Alzheimer, Osteoporose, Arthritis, Arteriosklerose oder Diabetes in Verbindung gebracht. Außerdem sind immunologische Signalstrukturen für die Alterungsprozesse bedeutsam, weshalb nicht nur Alterskrankheiten, sondern auch das Altern selbst von Wissenschaftlern als Entzündungsgeschehen interpretiert wird.

Viele werden sich jetzt beruhigt zurücklehnen und sagen: Entzündungen? Inflammaging? Ich bin jung und gesund! Das wünschen wir Ihnen sehr. Doch Sie sollten wissen: In unserem Körper können sich Entzündungen auch unbemerkt und zunächst ohne wirklich offensichtliche Symptome ausbreiten. 

Inflammaging und Parodontitis: Chronische Entzündungen im Mundraum

Eine der häufigsten chronischen Entzündungen ist die Parodontitis, umgangssprachlich auch als Parodontose bekannt. Parodontitis betrifft den gesamten Zahnhalteapparat: Zahnfleisch, Kieferknochen, Wurzelzement und Wurzelhaut. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann es durch den Abbau des Halteapparates zur Lockerung der Zähne und schließlich zum Zahnverlust kommen. Bei Erwachsenen ist Parodontitis die Nr. 1 Ursache für Zahnverlust und ein entscheidender Faktor im Hinblick auf Inflamm-Aging.

Durch eine konsequente Prophylaxe und die Gesunderhaltung Ihres Gebisses können Sie Entzündungen im Mundraum weitgehend vermeiden. 

Lesen Sie hier mehr über Parodontitis.

Ihr Dr. Alex Solderer, MAS

Moderne Geweberegeneration in der Parodontologie 

Bei einer Parodontitis werden Zahnfleisch und Zahnhalteapparat entzündlich geschädigt, die Strukturen bilden sich zurück, der Zahn droht auszufallen. Zugleich stellt dieser Zustand auch einen chronischen Entzündungsprozess mit Einfluss auf den gesamten Körper und damit ein erhöhtes Risiko für Gefäß-, Lungen-, rheumatischen Erkrankungen, sowie Diabetes und Frühgeburten dar. Jüngst wurde auch die Assoziation zu schweren Covid-19-Verläufen bestätigt. Lesen Sie mehr zur Parodontitis.

Eine langjährige parodontale Erkrankung äußert sich zum Leid der Patienten oft in einem ästhetisch-kompromittiertem Lächeln. Rückgang des Zahnfleisches, lange Zähne, Lücken und schwarze Dreiecke zeichnen oft ein unschönes Bild in das Gesicht des Patienten. Aus diesem Grund kommt der Früherkennung der Erkrankung eine entscheidende Rolle zu. Liegt jedoch bereits eine fortgeschrittene Parodontitis vor, so ist das oberste Ziel, den weiteren Abbau dieser Strukturen zu verhindern. 

Im besten Falle kann man mittels moderner Biomaterialien sogar verlorengegangenes Gewebe wieder regenerieren. Unter Regeneration versteht man die Wiederherstellung der natürlichen körpereigenen Strukturen in ihrem natürlichen Zustand.

Die Wiederherstellung des Zahnhalteapparates erreicht man mit dem Verfahren der sog. gesteuerten Geweberegeneration. „Gesteuert“ heißt in diesem Zusammenhang, dass man nach einer chirurgischen Parodontalbehandlung die Wundheilung nicht allein einem natürlichen – ungesteuerten – Reparaturprozess überlässt, sondern gezielt über den Einsatz von biologisch aktiven Materialien körpereigene Regenerationsprozesse aktiviert und lenkt. So können gesunde Verhältnisse und ästhetisch ansprechende Ergebnisse erzielt werden. Langzeitstudien bestätigen uns bereits heute die langfristige Stabilität neugewonnener/regenerierter Gewebe.

Die verwendeten biologischen Materialien sind zumeist resorbierbarer Natur, d.h. dass sie vom Organismus allmählich abgebaut werden und in körpereigene Gewebe umgewandelt werden. Dazu gehören Knochenersatzmaterialien, Membranen, sowie spezielle Proteine oder Wachstumsfaktoren, die die gewünschte Heilung fördern. Lesen Sie mehr zur Regeneration.

Kommt es nur zum isolierten Rückgang des Zahnfleisches, so spricht man von einer Zahnfleisch-Rezession. Dies kann auch ohne Vorhandensein einer parodontalen Erkrankung auftreten und ist oft Resultat von Zahnfehlstellungen, zu fester Anwendung der Zahnbürste oder übermäßigem nächtlichem Zähneknirschen. Die Indikation für eine plastische Zahnfleischchirugie zur Wiederherstellung und somit der Deckung der Rezession ist dann gegeben, wenn sie so stark ausgeprägt ist, dass der Zahnerhalt gefährdet ist. Auch eine Hypersensibilität auf Kälte oder der ästhetische Anspruch des Patienten stellen oft einen Behandlungsgrund dar.

Je nach Ausprägung von einzelnen Zähnen über mehrere Stellen, kommen verschiedene Operationstechniken zum Einsatz. Hierbei werden entweder körpereigene Zahnfleischtransplantate entnommen oder wiederum präfabrizierte Kollagenprodukte, um dem Patienten so maximale Schmerzfreiheit zu garantieren. Auch hier folgt der Eingriff dem Prinzip einer sehr minimalinvasiven Mikrochirurgie. Zur Unterstützung der Wundheilung, aber auch der Verkürzung der Heilungsdauer kann auch hier auf den Gebrauch von speziellen Proteinen, Hyaluronsäure oder auch biostimulatorischen Lasertherapie zurückgegriffen werden.

Ist die Parodontalerkrankung schon sehr weit fortgeschritten, sind Zähne oft schon verlorengegangen und haben evtl. ein Defizit an Knochen oder Zahnfleisch hinterlassen. Diese Gewebsdefekte verhindern manchmal anfänglich das Einbringen von Zahnimplantaten und damit den Zahnersatz. 

Auch hier hält die regenerative Zahnmedizin viele Lösungen bereit, um den Einsatz von Zahnimplantaten und somit einen ästhetischen festsitzenden Zahnersatz zu ermöglichen. Aufbau von Knochen und Zahnfleisch ist hier für den Spezialisten tägliche Routine.

Die Diagnostik erfolgt hier immer mittels 3D-Bildgebung, die dem Behandler eine auf den Millimeter genaue Planung und dem Patienten eine maßgeschneiderte Therapie ermöglicht.

Wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg dieser teils komplexen Verfahren ist es die biologischen Prinzipien zu verstehen und eine exakte Planung zu erstellen. Die Eingriffe selbst sind von mikrochirurgischer Natur und werden möglichst atraumatisch durchgeführt. Dadurch ist der Eingriff selbst und die Heilungszeit weitgehend schmerzfrei für den Patienten. Auch die Bereitschaft des Patienten eine sorgfältige Mundhygiene zu betreiben und sofern Thema, ist ein Rauchstopp bzw. einer drastischen Reduktion des Rauchens ein bedeutender Eckpfeiler der Therapie. Rauchen ist erwiesenermaßen nicht nur ein großer Risikofaktor in der Entstehung einer Parodontitis, aber sorgt, im Vergleich zum Nicht-Raucher, auch für eine schlechtere Heilung nach Therapie. Lesen Sie mehr Zu Rezessionen und Ihrer Therapie.

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass all diese Verfahren noch eine relativ kleine Nische in der Zahnmedizin einnehmen. Der Patient sollte deshalb hierzu einen Spezialisten für Zahnfleischerkrankungen oder Implantologie aufsuchen.

Ihr Zahnimplantat: Die wichtigsten Tipps rund um die optimale Pflege

Sie haben sich für ein Zahnimplantat entschieden- und somit die hochwertigste Methode des Zahnersatzes gewählt. Damit Sie auch möglichst ein Leben lang daran Freude haben, sollten Sie bei Reinigung und Pflege einige Dinge beachten. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen zum einen die tägliche Mundhygiene zu Hause, zum anderen die professionelle Prophylaxe und regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt. Ziel dabei ist, dass Ihr Implantat langfristig entzündungsfrei und stabil im Knochen verankert bleibt. Die Vermeidung einer Periimplantitis, einer Entzündung im Bereich eines Implantates mit anschließendem Rückgang von Schleimhaut und Knochen, spielt dabei die wichtigste Rolle. Denn im schlimmsten Fall kann sie zum Verlust des Implantates führen.

Die Pflege zu Hause

Bei der Pflege benötigen Implantate etwas mehr Aufmerksamkeit. Das Gewebe um das Implantat unterscheidet sich nämlich von der Umgebung natürlicher Zähne. Achtsamkeit gilt bereits unmittelbar nachdem das Implantat im Kiefer gesetzt wurde. Der Umgebungsbereich muss gesund gehalten werden, um einen erfolgreichen Heilungsprozess zu garantieren. Zur optimalen Pflege können Sie selbst einen Großteil beitragen – mit der richtigen häuslichen Mundhygiene. Ziel des Zähneputzens ist immer die Entfernung der schädigenden bakteriellen Beläge und Biofilm. Denn damit beugen Sie Karies bei natürlichen Zähnen, Parodontitis sowie der Periimplantitis bei Implantaten vor.

Grundsätzlich ist es wichtig mindestens 2x täglich mit der Zahnbürste Plaque zu entfernen. Studien belegen, dass hierbei die elektrische Zahnbürste effektiver reinigt als die manuelle Zahnbürste. Aber Achtung: Putzen Sie mit einem mäßigen Druck, denn ein zu hoher Putzdruck schädigt das eigene Gewebe.  In Folge kann sich das Zahnfleisch zurückziehen, im Extremfall wird auch die Zahnhartsubstanz angegriffen. Aber die Zahnbürste allein reicht nicht aus.Wie bei natürlichen Zähnen ist auch bei Implantaten die Reinigung der Zahnzwischenräume unbedingt notwendig. Die Zahnbürste, elektrisch oder manuell, erreicht nicht jeden Winkel in den Zwischenräumen.

Hierbei verwenden Sie am besten Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten. Allerdings müssen Sie unbedingt sicherstellen, dass die Zahnzwischenraumbürste ohne Schmerzen zu erzeugen, in den Zwischenraum passt, sonst könnte Ihr Zahnfleisch verletzt werden. Für Patienten, die mit der Anwendung von Zahnseide und Bürsten nur schwer oder gar nicht zurechtkommen eignet sich alternativ die Munddusche. Diese ist etwas einfacher in der Handhabung, um Zahnbeläge und Bakterien im Zahnzwischenraum zu entfernen.

Gerne beraten wir Sie zu genauen Maßen und Modellen für die jeweils für Sie exakt passenden Hilfsmittel.

Die professionelle Implantatreinigung

Es gibt Bereiche, an die Sie selbst bei noch so engagierter Pflege nicht herankommen. Überlassen Sie das also unbedingt einer ausgebildeten DentalhygienikerIn. Bei der professionellen Implantatreinigung gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten. So muss mit bestimmten Reinigungsinstrumenten besonders vorsichtig umgegangen werden. Sie sollten mindestens zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung Ihrer Implantate und Zähne durchführen lassen. In manchen Fällen sind auch mehr Besuche ratsam, die Intervalle werden in Absprache mit dem Zahnarzt festgelegt.

Schäden an Implantaten, Zahnersatz, Zahnfleisch und natürlichen Zähnen können nur durch eine professionelle zahnärztliche Untersuchung erkannt und gegebenenfalls sofort behandelt werden. Besonders wichtig ist dies in Bezug auf Periimplantitis, einer Entzündung im Implantatbereich, die unerkannt oder unbehandelt bis zum Verlust des Implantates führen kann.

Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Wenn Sie die hier beschriebenen Maßnahmen zu Reinigung, Pflege und Prophylaxe beherzigen, werden Ihnen Ihre Zahnimplantate lange gute Dienste leisten.

Ihre Andrea Gallmetzer, DH