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Entzündung an der Zahnwurzel

Das Übel an der Wurzel packen

Entzündungen im Mundraum sind oft schmerzhaft, können aber auch über längere Zeit „schlafend“, also ohne Symptome und daher unerkannt existieren – bis es früher oder später zum schmerzhaften Ausbruch kommt. Eine schnelle und effektive Therapie ist da entscheidend.

Macht sich eine Entzündung durch Schmerzen bemerkbar, handelt es sich meistens um einen zahnärztlichen Notfall. Solche Fälle dürfen nicht unterschätzt werden, da sich die Entzündung auch auf andere Körperregionen ausbreiten und erheblichen Schaden anrichten kann. Schlimmstenfalls kann es zu einem großen Abszessgeschehen kommen, das sogar ernste gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann.

Schnelle und effektive Therapie entscheidend

Es kommt daher entscheidend auf eine schnelle und effektive Therapie an, insbesondere wenn es sich um eine chronische Entzündung an der Zahnwurzel handelt. Eine Entzündung an der Wurzelspitze, auch apikales Granulom genannt, tritt auf, wenn der Zahn zuvor abgestorben ist (siehe Infobox) und infolgedessen Bakterien in den Zahn eingewandert sind.

Wie „stirbt“ ein Zahn?

Ein Zahn kann aufgrund von Karies, Parodontitis oder einem Trauma absterben. Oft ist dieser Prozess schmerzhaft, er kann aber manchmal auch asymptomatisch und unerkannt ablaufen. Stirbt ein Zahn ab, fehlt ihm die Versorgung durch Blutgefäße und somit bleiben auch die natürlichen Abwehrzellen im Blut aus. Die Folge: Bakterien können einwandern und die Zahnwurzeln besiedeln. Es bildet sich ein Entzündungsherd um die Wurzeln. Ein solcher Herd enthält Entzündungsgewebe, das den Knochen an der betroffenen Stelleauflöst und ersetzt.

Eine Wurzelkanalbehandlung wird oft als erste Therapie angewendet. Dabei werden die Wurzelkanälegeöffnet und gereinigt. Eine Wurzelbehandlung ist meistens die Therapie erster Wahl, wenn ein Zahn aufgrund von Karies oder einem Trauma abstirbt. Die Erfolgschancen einer Wurzelbehandlung über beispielsweise 10 Jahre hängen jedoch stark von der Komplexität des Zahnes und von der Qualität der Therapie ab und variiert stark von 40 bis 97 Prozent. Je länger die Wurzelbehandlung her ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Zahn Probleme bereitet. So kann es sein, dass der Zahn sogar 20 Jahre problemlos im Mund war, es dann aber doch zu Schmerzen kommt. Eine erneute Wurzelbehandlung, die als Revision bezeichnet wird, kann in manchen Fällen ein Lösungsansatz sein, jedoch sinkt die Erfolgsquote bei wiederholt erfolglosen Erhaltungsversuchen weiter.

In Fällen, in denen bereits eine Wurzelbehandlung erfolglos durchgeführt wurde und es trotz der Therapie zur Besiedelung von Bakterien gekommen ist, ist die Entfernung des Zahnes und der Ersatz durch moderne Zahnimplantate oftmals die letzte Rettung.

Moderne Bildgebung erforderlich

Bisweilen sind Entzündungen an den Wurzelspitzen auf herkömmlichen 2-D-Röntgenbildern nur schwer oder gar nicht zu erkennen. Jedoch kann ein geschultes Auge mit Hilfe von moderner 3-dimensionaler Bildgebung, in Form eines digitalen Volumentomogramms (DVT), bereits kleinste pathologische Veränderungen erkennen. Mit modernsten Geräten kann die Strahlenbelastung hierbei zudem vernachlässigbar geringgehalten werden.

Unerkannt kann die Entzündungen Komplikationen zur Folge haben, etwa die Entstehung von kleineren Eiterherden, Knochenzysten oder Fisteln. Handelt der Zahnarzt jedoch frühzeitig, also bevor eine große Eiteransammlung, ein sogenanntes Abszess entsteht, kann der erkrankte Zahn oft in derselben Sitzung schmerzfrei entfernt und durch ein Implantat ersetzt werden.

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, meistens aus Titan, aber auch aus Zirkonkeramik, die derImplantologe in den Kieferknochen einsetzt, wenn Zähne verloren gehen. Als Sofortimplantat wird ein Implantat bezeichnet, das gleich im Anschluss an die Extraktion eines Zahnes gesetzt wird. Diese Methode eignet sich vor allem bei Zähnen im Frontbereich. Um eine solche Behandlung durchführen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die im Vorfeld mittels besagter 3D-Bildgebung und eigener Software abgeklärt werden. Der Patient oder die Patientin vermeidet somit lange Wartezeiten und geht am selben Tag mit einem festen Zahn wieder nach Hause.

Vorteile einer 3-D-Bildgebung (DVT)

  1. Entzündungen können im Frühstadium erkannt werden.
  2. Sie zeigt genauestens die anatomische Konfiguration der Wurzeln und Wurzelkanäle eines Zahnes und enthält dadurch wichtige Informationen für eine eventuelle Revisionstherapie.
  3. Sie zeigt genauestens die knöchernen Verhältnisse im Mund, sodass Zahnimplantate minimalinvasiv geplant werden können.
  4. Und sie zeigt genauestens gefährdete Strukturen wie Nerven, Blutgefäße und Kieferhöhlen und senkt somit das Risiko einer ungewollten Komplikation stark.

Modell eines Zahnes mit Zahnwurzel: Ist sie entzündet, kann das lange Zeit unerkannt bleiben. Dabei wäre eine schnelle Behandlung unbedingt notwendig.

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